Geschichte

Eine Reise durch die Geschichte der Grenzsägmühle

1931 Die Anfänge

Die Niebelsbacher Grenzsägmühle. Ihr Name steht heute gleichbedeutend für Sägewerk und Gaststätte. Unmittelbar an der ehemaligen Landesgrenze zwischen Baden und Württem- berg hat die Grenzsägmühle schon geschichtsprägenden Charakter.

Geschichte
Begonnen hat diese Geschichte mit dem Bau in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Das Gasthaus Grenzsägmühle entwickelte sich in den Jahren mehr und mehr zu einem Ausflugslokal.

Es lockte nicht nur Besucher aus der näheren Umgebung an, sondern nach der Betriebseröffnung der Kleinbahnstrecke Pforzheim-Ittersbach 1931 auch zunehmend die Bevölkerung aus der Stadt. Mehrere Besitzerwechsel folgten.

1952 Die Grenz wird populär

In diesem Jahr taucht mit Josef Seer ein neuer Name auf. Er steigerte mit seiner spleenigen Eigenart den Bekanntheitsgrad der Gaststätte fast ins „grenz“enlose. Im Bereich des zwischenzeitlich zugeschütteten Schwimmbads hinter dem heutigen Biergarten ließ er die Tanzplatte betonieren.

Unter anderem waren viele bekannte Pforzheimer Fabrikanten zu Gast in der Grenz. Mit dem Generaldirektor von Standard Elektrik Lorenz, Hermann Abtmeyer, kehrten auch Persönlichkeiten wie Kammersänger Gottlob Frick und Fritz Wunderlich ein.

„Da ging’s rund an der Grenz“, erinnern sich viele ehemalige Gäste. Vornehme Kleidung war erforderlich und Josef Seer empfing die Hautevollee in Niebelsbach.

1969 Kleine Hürden

Wie Emil Ruf, der über 90jährige Ur-Niebelsbacher, noch 1994 mit tadellosem Gedächtnis bestätigte, war auch Fürst Johann von Thurn und Taxis, der inzwischen verstorebene Ehemann von Fürstin Gloria, zu Gast in der Grenzsägmühle.

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Der hat aus der Grenz was g’macht“, war das einhellige Urteil zur schillernden Person von Josef Seer, der als gelernter Metzger und Lebemann mit Eigenarten dann 1969 die Pleite anmelden mußte. Nach dem Niedergang von Josef Seer, der aufgrund einer kriegsbedingten Kopfverletzung morphiumsüchtig gewesen sein soll, wurde es in den 70er und 80er Jahren still um die Gaststättengeschichte der Genz. In den 80er Jahren sorgten außerdem mehrere Pächterwechsel für das Ende des Renommees.

1973 Großer Boom und Highlife

Bereits 1973 pachtete übrigens der gelernte Kaufmann Fritz Ganzhorn aus Pfinzweiler das angrenzende Sägewerk. Dessen Sohn Martin betreibt inzwischen auch den Beruf des Holzmechanikers.

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Doch zurück zur Gaststätte:
Erst sei 1989 boomt die Grenzsägmühle wieder. Seit dieser Zeit betreiben die beiden durchaus risikobereiten Junggastronomen Jean Jacques Frisch und Nordin Dekkar die Gaststätte gemeinsam. Mit hohem Engagement und der Einstellung „C’est la vie!“ sorgen sie für Highlife in der Grenzsägmühle.

1990 Neue Töne

Nachdem die Wirtschaft wieder in Schwung kam, wurde auch der Biergarten neu angelegt. 1990 fand hier ein erstes Open-air-Konzert statt. Diese Konzerte steigerten sich im Laufe der Jahre bis zum heute zur Tradition gewordenen Zelt-Festival „mit Route 66“. Nach einem besuchermäßigen Fehlversuch 1994, mit Jule Neigel und ihrer Band, einen zweiten Festivaltag zu veranstalten, kooperierten die Veranstalter 1995 mit der Pforzheimer Zeitung. Diese ist seither Mitorganisator und Präsentator, zumal bis 1998 nach jedem Festival ein Teilerlös an die Spendenaktion „Menschen in Not“ abgeführt wurde.

Dieser Open-Air-Event sollte sich von nun an als jährliches Ereignis der Extraklasse etablieren.

1994 bis heute

Inzwischen steht der Name „Live at the Grenz“ als Markenzeichen für das Zelt-Spektaktel. Er entstand 1994, als „Route 66“ ein Live-Video und eine Live-CD beim Grenz-Festival aufgenommen haben.

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Mit „Here we are!“ wurde im Jahr 1998 eine weitere CD aufgenommen. Sie entstand als Benefiz-Projekt mit zahlreichen Musikern der Region – darunter Peter Freudenthaler, Sänger von Fool’s Garden, und der YOU-Sänger Harry Klenk. Unterstützt wurde das Projekt zudem vom Moderator der ZDF-Hitparade, Uwe Hübner. Die Finanzierung der CD haben die „Grenzsägmühle“ sowie das Brauhaus Pforzheim und der Pforzheimer BMW-Händler „Röhsner und Wacht“ übernommen.

Die Wirte der „Grenz“. Seit 1994.

Ein Konzept, zwei Köche

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Jean Jacques Frisch (im Bild rechts), in Straßburg geboren, ist gelernter Koch. Er war unter anderem zwei Jahre in der Schweiz. Später verschlug es ihn aus purem Zufall beruflich nach Pforzheim ins „troc“. Dort lernte er Nordin Dekkar (im Bild links) kennen, der ebenfalls im „troc“ beschäftigt war.

Als die „Grenzsägmühle“ 1989 zur Verpachtung frei wurde, taten sich der Küchenchef Jean Jacques Frisch und der kaufmännische Kopf Nordin Dekkar zusammen und machten sich selbständig. Zwei Jahre später, im Jahr 1991, haben sie die „Grenzsägmühle“ gekauft. Der Betrieb ist finanziell unabhängig und an keine Brauerei gebunden.